Antrag

Heimische Holzenergie mobilisieren – Importabhängigkeit des deutschen Wärmemarktes reduzieren

Berlin, 8. November 2022. Deutschland ist mit 11,4 Millionen Hektar zu einem Drittel bewaldet. Obwohl wir immer mehr Holz nutzen, ist die Waldfläche seit 2002 konstant geblieben und der Holzvorrat ist auf 3,7 Milliarden Kubikmeter angestiegen. Dieser gute Zustand des Waldes ist das Ergebnis einer guten und nachhaltigen Bewirtschaftung durch die vielen Waldeigentümer und Förster sowie das Ergebnis einer nachhaltigen Waldpolitik (https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/bundeswaldinventur3.pdf?__blob=publicationFile&v=3).

Die energetische Nutzung von Biomasse ist CO2-neutral. Bei der Verbrennung von Holz wird gebundener Kohlenstoff als CO2 freigesetzt, der via Photosynthese im natürlichen Kohlenstoff-Kreislauf zirkuliert und deswegen nicht zur CO2-Anreicherung beiträgt (https://www.fnr.de/presse/pressemitteilungen/aktuelle-mitteilungen/aktuelle-nachricht/holzenergie-in-deutschland-ist-weitgehend-klimaneutral). Wird Holz nicht energetisch genutzt, dann verrottet es. Das sich zersetzende Totholz gibt den gebundenen Kohlenstoff dann ebenfalls als CO2 frei, die gespeicherte Energie bleibt jedoch ungenutzt. Die energetische Nutzung von Holz ist also auch unter dem Gesichtspunkt einer effizienten CO2-Entnahme zielführend.

Etwa die Hälfte des Gesamtholzaufkommens wird in Deutschland für die Wärme- und Stromerzeugung beziehungsweise zur Herstellung von Energieholzprodukten eingesetzt. Nur etwa 25 bis 28 Prozent des jährlichen Holzeinschlags im Wald (Derbholz und Waldrestholz) werden direkt als Energieholz energetisch genutzt. Der überwiegende Teil des Energieholzes stammt aus der Kaskadennutzung, d.h. Nebenprodukte der Holzernte, der Holzindustrie, der Papierindustrie und der Landschaftspflege (https://heizen.fnr.de/heizen-mit-holz/fakten-zum-thema-holzenergie). Gerade in Klein- und Kleinstprivatwäldern, die häufig nur extensiv wirtschaftlich genutzt werden, besteht hierfür noch ein erhebliches Mobilisierungspotenzial von Holzvorräten.

Wichtig für die Mobilisierung zusätzlicher erneuerbarer Energie aus Holz ist eine florierende Holzindustrie. Je mehr Holz in Deutschland zu hochwertigen Produkten verarbeitet wird, desto mehr Nebenprodukte fallen für die energetische Verwertung an. Die Verknüpfung einer „Holzbau-Offensive“ mit einer effizienten energetischen Verwendung erscheint deshalb zielführend und sinnvoll. Gleichzeitig werden damit regionale Holzwertschöpfungsketten gestärkt.

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