Antrag

Zügig pragmatische Lösungen schaffen – Beschulung ukrainischer Flüchtlingskinder bestmöglich sicherstellen

Berlin, 18. Mai 2022. Die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine könnten dem EUAußenbeauftragten, Josep Borrell, zufolge in Europa zur größten Fluchtbewegung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs führen. Sprach Borrell Anfang März noch von bis zu fünf Millionen Flüchtlingen aus der Ukraine, korrigierte Außenministerin, Annalena Baerbock, die Zahlen zwei Wochen später auf acht bis zehn Millionen nach oben (vgl. https://www.zeit.de/news/2022-03/21/baerbock-eumuss-mit-acht-millionen-fluechtlingen-rechnen, letzter Stand: 12.05.2022). Für das deutsche Schulsystem erwartet die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien, etwa 400.000 geflüchtete Kinder, die je nach Bundesland spätestens drei bis sechs Monate nach ihrer Ankunft der hiesigen Schulpflicht unterliegen.

Entsprechend seien mindestens 24.000 zusätzliche Lehrkräfte erforderlich (vgl. https://www.berliner-zeitung.de/news/lehrerbedarf-wegen-ukraine-kriegbis-zu-400000-zusaetzliche-schueler-benoetigt-li.222441, letzter Stand: 12.05.2022). Allein für dieses Jahr wären mit der Aufnahme von 400.000 ukrainischen Schülern nach Berechnungen der Antragsteller außerplanmäßige Bildungsausgaben in Höhe von etwa 3,6 Milliarden Euro verbunden (Statistisches Bundesamt: durchschnittliche Kosten an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Deutschland: 8.900 Euro pro Schulkind und Jahr im Jahr 2019) (vgl. Bildungsausgaben – Ausgaben je Schülerin und Schüler 2019, Statistisches Bundesamt (2021) S.7, Abb. 1). Mit dieser zusätzlichen Herausforderung sind die öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in einer Zeit konfrontiert, in welcher sie durch Lehrermangel und Corona-Maßnahmenpolitik ohnehin am Rande ihrer Belastungsgrenze stehen.

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