Pressemitteilung

Sebastian Münzenmaier: Bund leistet vielen Traditionshotels mit Corona-Hilfen kaum mehr als Sterbehilfe

Berlin, 24. Juni 2022. Die Öffentliche Anhörung des Tourismusausschusses hat in dieser Woche gravierende Schwachstellen der Corona-Hilfen des Bundes für die Tourismuswirtschaft aufgedeckt und die dramatischen Folgen für Unternehmen und Beschäftigte beleuchtet. Auf Frage der AfD-Fraktion erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der Dorint GmbH, dass die großen Mittelständler vor dem Nichts stünden. Während Unternehmen mit nur einem Hotel 85 Prozent ihres Schadens ersetzt worden sei, hätten Verbundbetriebe einen deutlich geringeren Anteil erhalten. Im Fall seines Hotelverbundes seien es nur 45 Prozent gewesen. Dazu erklärt der stellvertretende Vorsitzende und tourismuspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Sebastian Münzenmaier:

„In der Anhörung ist auf erschreckende Weise deutlich geworden, wie leichtfertig die letzte Bundesregierung durch Ungleichbehandlungen bei den Corona-Hilfen besonders die größeren Unternehmen im Regen stehen ließ. Wenn Dorint im Tourismusausschuss öffentlich ankündigt, in den kommenden zwei Jahren 11.000 bis 17.000 Beschäftigte in Folge der Benachteiligung größerer Unternehmen bei den Corona-Hilfen entlassen zu müssen, klingen die Worte von Olaf Scholz wie Hohn. Der hatte nämlich in der Corona Krise vollmundig behauptet, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen würden, um Beschäftigte und Unternehmen zu schützen. Darauf könne sich jeder verlassen.

Was von diesem Versprechen zu halten ist, kam jetzt am Beispiel der Dorint Kette besichtigt werden. Aus den Ausführungen des Aufsichtsratsvorsitzenden im Ausschuss sprach verständliche Bitterkeit. Die Obergrenze bei den Corona-Hilfen führt für große Mittelständler dazu, dass sie ein Vielfaches ihres Jahresnettogewinns einsetzen müssen, um die Unterdeckung durch die zu geringen Hilfen auszugleichen. Das bedeutet für viele dieser Unternehmen im schlimmsten Fall den wirtschaftlichen Untergang. Wenn es dazu kommt, wird dies auch eine Kettenreaktion auf dem Immobiliensektor auslösen, wo die großen mittelständischen Hotelunternehmen Immobilien im Wert von 16 bis 18 Milliarden Euro gepachtet haben. Darüber hinaus werden auch die Banken bei einem Zusammenbruch der großen mittelständischen Hotelunternehmen hohe Kreditsummen abschreiben müssen. Dies könnte dazu führen, dass sich Banken und Investoren auf Jahre aus diesem Sektor zurückziehen werden. Letztlich hat der Bund den großen Hotelmarken in Deutschland in der Corona-Krise nicht effektiv geholfen, sondern eher Sterbehilfe geleistet.“

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