Antrag

Ressourceneffizienz angesichts der Auswirkungen des Ukraine-Krieges erhöhen – Vermeidbare Lebensmittelabfälle in Deutschland nachhaltig reduzieren

Berlin, 17. März 2022. Jedes Jahr entstehen in Deutschland insgesamt durchschnittlich 6,68 Millionen Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle, d.h. Lebensmittel, die zum Zeitpunkt ihrer Entsorgung noch genießbar sind oder die bei rechtzeitigem Verzehr genießbar gewesen wären (Schmidt, T. et al., 2015, Lebensmittelabfälle in Deutschland – Baseline 2015. Thünen Report 71, S. XIII, https://www.thuenen.de/media/publikationen/thuenen-report/Thuenen_Report_71.pdf). Zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gehört die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung und gleichzeitig die Verhinderung des Biodiversitätsverlusts. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung um knapp 2 Milliarden auf etwa 10 Milliarden Menschen anwachsen (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1717/umfrage/prognose-zur-entwicklung-der-weltbevoelkerung/). Weltweit sind bereits heute etwa 283 Millionen Menschen vom Hunger bedroht und 45 Millionen stehen kurz vor einer Hungersnot. Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf die Agrarmärkte wird diese Situation leider verschärfen (https://www.fr.de/panorama/ukraine-krieg-konflikt-hunger-welt-wladimir-putin-russland-getreide-nahrungsmittel-preise-91385947.html). Eine Reduzierung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle ist ethisch und sozial geboten und kann den Einsatz natürlicher Ressourcen in der Lebensmittelwertschöpfungskette insgesamt effizienter und nachhaltiger gestalten.

Eine vom BMEL in Auftrag gegebene Studie kam zu dem Ergebnis, dass zwar in den Bildungsplänen für die frühkindliche Bildung in allen Bundesländern Essen und Ernährung verankert ist, die Ernährungsbildung bei der Ausbildung von Erziehern und Kindheitspädagogen jedoch bislang nicht hinreichend berücksichtigt wird. Es gibt vor allem fachliche Mängel in den Ausbildungsunterlagen, fehlende spezifische Lehrmaterialien sowie ein unzureichendes Fortbildungsangebot. Insgesamt sind die Defizite im Bereich von ernährungsbezogenen Kompetenzen bei den pädagogischen Fachkräften groß. Im Bereich der Schulen wird die Ernährungsbildung als Bildungsauftrag zwar ebenfalls von allen Bundesländern als wichtig hervorgehoben, allerdings gibt es auch hier unterschiedliche Umsetzungen in den Lehrplänen. Eine kontinuierliche und verpflichtende Verankerung von umfassender Ernährungsbildung in der Schullaufbahn ist so nicht gegeben. Die Lehrbücher weisen große fachliche Mängel auf. Außerdem gibt es große Defizite bei ernährungsbezogenen Studieninhalten im Lehramtsstudium für Sachunterricht und Biologie sowie ein geringes Interesse von Lehrkräften an der Teilnahme von ernährungsbezogenen Fortbildungen (Heseker et al., 2019, Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen (ErnBildung). Schlussbericht. i. A. für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Universität Paderborn). Eine stärkere Verankerung der Ernährungsbildung in den Bildungsunterlagen der Länder für Schulen und Kindertageseinrichtungen kann dazu beitragen, dass frühzeitig ausreichende Informationen und Kenntnisse zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen vermittelt werden.

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